Beitragsbild: Redaktionsplan: Wie viele Postings pro Woche wirklich realistisch sind – Burkhard Asmuth

Viele Unternehmen posten so lange auf gut Glück, bis das Team erschöpft ist, und stellen dann fest, dass niemand mehr weiß, warum überhaupt so oft gepostet wurde. Eine der ersten Fragen, die ich bei der Erstellung eines Redaktionsplans stelle, lautet deshalb nicht, was gepostet werden soll, sondern wie viel Zeit tatsächlich zur Verfügung steht. Die Frage nach dem richtigen Redaktionsplan Postings pro Woche wird trotzdem in fast jedem Gespräch gestellt.

Warum mehr Postings nicht automatisch mehr bringt

Ein Redaktionsplan mit fünf Postings pro Woche bringt nichts, wenn dafür die Qualität leidet oder das Team nach drei Wochen erschöpft aufgibt. Plattformen wie Instagram belohnen inzwischen eher konsistente, gute Beiträge als reine Frequenz. Ein Unternehmen, das zuverlässig zweimal pro Woche postet, schneidet oft besser ab als eines, das unregelmäßig zwischen täglich und gar nicht schwankt, weil der Algorithmus Unregelmäßigkeit als Signal für nachlassende Relevanz wertet.

Die realistische Ausgangsgröße für kleine Teams

Für Unternehmen ohne eigene Marketingabteilung hat sich in meiner Praxis ein bis zwei Postings pro Woche als guter Startpunkt bewährt, kombiniert mit regelmäßigen Stories oder kurzen Videos dazwischen, die deutlich weniger Aufwand erfordern als ein durchgeplanter Feed-Beitrag. Erst wenn dieser Rhythmus zuverlässig funktioniert, lohnt sich eine Steigerung der Frequenz. Ein Team, das diesen Grundrhythmus über zwei bis drei Monate durchhält, hat meist auch die Routine entwickelt, um mehr zu leisten, ohne dabei auszubrennen.

Häufigkeit gegen Qualität: wo die Grenze liegt

Häufiges Posten erhöht kurzfristig die Sichtbarkeit, birgt aber die Gefahr, dass einzelne Beiträge lieblos wirken und die Community das spürt. Seltenes, aber sorgfältig geplantes Posten wirkt professioneller, riskiert jedoch, in der Wahrnehmung der Zielgruppe unterzugehen, wenn zu viel Zeit zwischen den Beiträgen vergeht. Der beste Kompromiss liegt fast immer dort, wo ein Team die gewählte Frequenz über Monate durchhalten kann, ohne die Qualität zu opfern.

Was ein guter Redaktionsplan zusätzlich leisten muss

Neben der Frequenz sollte ein Redaktionsplan saisonale Anlässe und Branchenereignisse berücksichtigen, damit nicht jede Woche neu überlegt werden muss, worüber überhaupt gepostet wird. Diese Vorausplanung spart in der Praxis mehr Zeit als jede Frequenzsteigerung, weil sie verhindert, dass am Montagmorgen erst nach einem Thema gesucht werden muss.

Wie sich die Frequenz im Laufe der Zeit steigern lässt

Sobald ein Team den gewählten Rhythmus über mehrere Monate zuverlässig eingehalten hat, lässt sich die Frequenz schrittweise erhöhen, etwa durch ein zusätzliches Format wie kurze Reels neben den bestehenden Feed-Beiträgen. Wichtig ist, jede Steigerung erst dann vorzunehmen, wenn die bisherige Frequenz keine zusätzliche Anstrengung mehr bedeutet, sondern zur festen Routine geworden ist. Wer zu früh steigert, riskiert genau den Erschöpfungseffekt, den ein guter Redaktionsplan eigentlich vermeiden soll.

Sinnvoll ist außerdem, den Redaktionsplan nicht starr zu behandeln, sondern monatlich kurz zu überprüfen, welche Beiträge tatsächlich gut funktioniert haben. Diese Rückschau dauert selten länger als zehn Minuten, liefert aber wertvolle Hinweise für die Planung der kommenden Wochen.

Wie Feiertage und Branchenanlässe eingeplant werden

Ein guter Redaktionsplan berücksichtigt saisonale Anlässe bereits Wochen im Voraus, statt sie erst kurzfristig zu entdecken. Wer beispielsweise weiß, dass im eigenen Handwerksbetrieb der Herbst traditionell die stärkste Auftragszeit ist, kann passende Inhalte bereits im Sommer vorbereiten, statt sie in der ohnehin arbeitsintensiven Hochsaison spontan zu erstellen.

Wer diese Punkte beachtet, merkt meist schon nach wenigen Wochen, dass ein durchdachter Redaktionsplan weniger Stress erzeugt als spontanes Posten, obwohl beide Wege am Ende ähnlich viele Beiträge pro Monat hervorbringen können.

Wer unsicher ist, wie viel Zeit realistisch zur Verfügung steht, sollte diese ehrlich im Team klären, bevor der erste Plan überhaupt aufgestellt wird.

Wie ein solcher Plan für Ihr Unternehmen konkret aussieht, erstelle ich in meinem Beratungsangebot zum Redaktionsplan erstellen. Die passenden Content-Formate dazu vermittle ich im Social-Media-Marketing Seminar. Melden Sie sich gerne, wenn Sie beides für Ihr Team kombinieren möchten.

Passend dazu: Plattformwahl für Vorträge und Redaktionspläne: Instagram, LinkedIn oder TikTok zuerst? und Live-Shopping und TikTok Shop: Was Social Commerce 2026 für den Einzelhandel bedeutet.

Über den Autor

Burkhard Asmuth

Burkhard Asmuth ist Gründer und Geschäftsführer der Contunda GmbH, Dozent, Speaker und Berater für Online-Marketing. Seit 2008 begleitet er Unternehmen bei SEO, Social Media und digitaler Sichtbarkeit, seit 2021 auch als Buchautor.

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