
Viele Unternehmen sind gleichzeitig auf Instagram, LinkedIn und TikTok aktiv, ohne dass eine der drei Plattformen wirklich gut bespielt wird, weil die Kapazitäten fehlen, alle drei mit der nötigen Sorgfalt zu betreuen. Die Plattformwahl Instagram LinkedIn TikTok gehört deshalb zu den ersten Themen, die ich in meinen Vorträgen und bei der Erstellung von Redaktionsplänen mit Unternehmen kläre.
Instagram: Breite Zielgruppen und visuelle Inhalte
Instagram eignet sich weiterhin gut für Unternehmen mit starkem visuellem Angebot, etwa im Einzelhandel, in der Gastronomie oder im Handwerk. Die Plattform erreicht eine breite, altersmäßig gemischte Zielgruppe und bietet mit Stories, Reels und klassischen Beiträgen unterschiedliche Formate für verschiedene Zwecke.
LinkedIn: B2B-Kommunikation und Fachexpertise
Für Unternehmen, die andere Unternehmen als Kund:innen ansprechen, ist LinkedIn häufig die wirksamere Plattform, weil hier gezielt eine berufliche, fachlich interessierte Zielgruppe unterwegs ist. Inhalte, die auf Instagram eher unpassend wirken, etwa detaillierte Fachbeiträge oder Unternehmensneuigkeiten, finden auf LinkedIn ein aufnahmebereites Publikum.
TikTok: Junge Zielgruppen und kreative Formate
TikTok erreicht vor allem eine jüngere Zielgruppe und belohnt kreative, unterhaltsame Inhalte stärker als auf anderen Plattformen üblich. Für Unternehmen, deren Zielgruppe überwiegend älter ist, lohnt sich TikTok meist weniger, während Unternehmen mit jungen Zielgruppen hier oft überdurchschnittlich gute Ergebnisse erzielen.
Warum weniger Plattformen oft mehr bringen
Statt alle drei Plattformen gleichzeitig zu bespielen, empfehle ich Unternehmen meist, sich zunächst auf eine, maximal zwei Plattformen zu konzentrieren, die am besten zur eigenen Zielgruppe passen. Eine gut gepflegte Plattform bringt in der Regel mehr als drei halbherzig betreute Kanäle, bei denen weder Qualität noch Regelmäßigkeit stimmen.
Wie sich die richtige Plattform anhand der Zielgruppe bestimmt
Der wichtigste Schritt vor jeder Plattformentscheidung ist eine klare Beschreibung der eigenen Zielgruppe: Alter, Beruf, Interessen und die Frage, wo diese Zielgruppe ihre Zeit online tatsächlich verbringt. Eine Plattformwahl, die allein auf persönlichen Vorlieben oder dem, was gerade als Trend gilt, basiert, führt in der Praxis regelmäßig zu enttäuschenden Ergebnissen, selbst bei hochwertigem Content.
Wann sich eine Erweiterung auf weitere Plattformen lohnt
Erst wenn eine Plattform zuverlässig gut funktioniert und die vorhandenen Kapazitäten dafür nicht mehr voll ausgelastet sind, lohnt sich die Erweiterung auf eine zweite Plattform. Wer zu früh auf mehrere Kanäle gleichzeitig setzt, verteilt die eigene Aufmerksamkeit zu dünn und riskiert, auf keiner der Plattformen wirklich überzeugende Ergebnisse zu erzielen.
Diese fokussierte Herangehensweise mag zunächst weniger ambitioniert wirken als die gleichzeitige Präsenz auf allen drei Plattformen, liefert in der Praxis aber deutlich bessere und beständigere Ergebnisse.
Wie sich diese Entscheidung regelmäßig überprüfen lässt
Zielgruppen und Plattformnutzung verändern sich über die Jahre, weshalb eine einmal getroffene Plattformentscheidung nicht für immer gültig sein muss. Ein jährlicher Rückblick, ob die gewählte Plattform weiterhin die beste Wahl ist, verhindert, dass ein Unternehmen jahrelang an einer Plattform festhält, die längst nicht mehr zur eigenen Zielgruppe passt.
Diese regelmäßige Überprüfung, kombiniert mit einer bewussten Fokussierung auf wenige, gut gepflegte Kanäle, ist in meiner Erfahrung der zuverlässigste Weg zu nachhaltigem Erfolg in der Social-Media-Kommunikation.
Wer diese Grundsätze in Vorträgen und bei der Erstellung von Redaktionsplänen konsequent vermittelt, hilft Unternehmen dabei, ihre Ressourcen dort einzusetzen, wo sie den größten Effekt erzielen, statt sie über zu viele Kanäle zu verstreuen.
Am Ende entscheidet nicht die Anzahl der gleichzeitig bespielten Kanäle über den geschäftlichen Erfolg, sondern die Qualität, Regelmäßigkeit und Beständigkeit der Präsenz auf den sorgfältig ausgewählten Plattformen über einen längeren Zeitraum.
Wer sich diese Zeit für eine bewusste, jährliche Überprüfung nimmt, bleibt langfristig flexibel und passt die eigene Strategie an, statt starr an einer einmal getroffenen Entscheidung festzuhalten, auch wenn sich die Rahmenbedingungen längst verändert haben.
Welche Plattform für Ihr Unternehmen am besten passt, kläre ich gerne in meinem Social-Media-Marketing Seminar oder im Rahmen der Erstellung eines Redaktionsplans. Sprechen Sie mich gerne an.
Passend dazu: Redaktionsplan-Vorlage: Wie ein Quartal Content-Planung in der Praxis aussieht und Redaktionsplan: Wie viele Postings pro Woche wirklich realistisch sind.

Über den Autor
Burkhard Asmuth
Burkhard Asmuth ist Gründer und Geschäftsführer der Contunda GmbH, Dozent, Speaker und Berater für Online-Marketing. Seit 2008 begleitet er Unternehmen bei SEO, Social Media und digitaler Sichtbarkeit, seit 2021 auch als Buchautor.

