Beitragsbild: Instagram Pinterest verkaufen: Was 2026 wirklich funktioniert – Burkhard Asmuth

Ein Fehler, den ich immer wieder beobachte: Unternehmen posten auf Instagram und Pinterest, ohne die Verkaufsfunktionen beider Plattformen überhaupt einzurichten, und wundern sich anschließend, warum aus Reichweite kein Umsatz wird. Für die Industrie- und Handelskammer habe ich einen Vortrag mit dem Titel „Verkaufen mit Instagram und Pinterest“ gehalten, vor Unternehmer:innen, die bislang nur eine private Instagram-Nutzung kannten. Die Grundfrage von damals stellt sich heute genauso, nur mit anderen Antworten, denn beide Plattformen haben sich seither deutlich verändert.

Instagram Pinterest verkaufen: warum sich 2026 die Regeln geändert haben

Lange ging es bei Instagram vor allem um Likes und Kommentare. 2026 zählen zusätzlich neue Kennzahlen wie die Skip Rate, also wie schnell jemand an einem Beitrag vorbeiscrollt, und die Share Rate, wie oft ein Beitrag weitergeleitet wird. Shoppable Reels und Shoppable Stories erlauben es, ein Produkt direkt aus dem Video heraus zu kaufen, ohne den Umweg über einen Link in der Bio. Für Unternehmen bedeutet das: Ein Foto mit Preis reicht nicht mehr, ein kurzes Video, das ein Produkt in Gebrauch zeigt, wird von der Plattform selbst bevorzugt ausgespielt.

Pinterest ist längst mehr als eine Ideen-Pinnwand

Pinterest wird von vielen Unternehmen noch immer unterschätzt, weil die Plattform häufig auf private Inspirationssuche reduziert wird. Tatsächlich baut Pinterest seine Shopping-Funktionen gezielt aus, mit einem eigenen Business Assistant und KI-gestützten Werkzeugen für Werbekampagnen, die inzwischen auch länderübergreifend mit automatischer Übersetzung funktionieren. Für Unternehmen mit visuell ansprechenden Produkten, etwa aus den Bereichen Einrichtung, Mode oder Handwerk, ist Pinterest oft der Kanal mit der längsten Verweildauer eines einzelnen Beitrags.

Instagram oder Pinterest: eine Frage der Kaufphase

Instagram eignet sich für Angebote, bei denen eine schnelle Kaufentscheidung im Vordergrund steht, etwa Mode oder Gastronomie, während Pinterest sich für Angebote mit einer längeren Entscheidungsphase eignet, etwa Einrichtung, Garten oder Hochzeitsdienstleistungen, bei denen Menschen über Wochen hinweg Ideen sammeln, bevor sie kaufen. Wer beide Zielgruppen bedient, kann durchaus beide Kanäle nutzen, sollte aber für jeden eine eigene Bildsprache einplanen. Ein für Pinterest optimiertes, ruhiges Foto funktioniert auf Instagram meist schlechter als ein kurzes, dynamisches Video, und umgekehrt wirkt ein hektisches Reel auf Pinterest fehl am Platz.

Ein Beispiel aus der Praxis und drei Schritte für den Einstieg

Ein Möbelgeschäft, mit dem ich zusammengearbeitet habe, verkaufte über Instagram vor allem kurzfristige Aktionsware, während dieselben Produkte über Pinterest Monate später noch gefunden wurden, weil Nutzer:innen dort Einrichtungsideen für ein konkretes Projekt sammelten. Für den eigenen Einstieg empfehle ich drei Schritte: erstens mit einem einzigen Produkt oder einer Produktgruppe starten, zweitens die Shop-Funktion korrekt einrichten, drittens vier bis sechs Wochen beobachten, welche Inhalte tatsächlich zu Klicks führen, bevor das gesamte Sortiment eingepflegt wird.

Wie viel Zeit die Umsetzung realistisch braucht

Für die Ersteinrichtung von Shopping-Funktionen auf Instagram und Pinterest reicht in der Regel ein halber Tag, wenn Produktkatalog und Zahlungsanbindung bereits vorhanden sind. Die eigentliche Arbeit beginnt danach: passende Formate für beide Plattformen zu entwickeln, kostet in den ersten Wochen deutlich mehr Zeit als später, wenn sich eine Routine eingespielt hat. Wer diesen Anlaufaufwand von vornherein einplant, wird seltener enttäuscht, wenn die ersten Beiträge noch wenig Reaktion bringen. Realistisch ist, nach etwa acht Wochen eine erste verlässliche Einschätzung zu haben, welches Format und welche Produktgruppe tatsächlich funktionieren, und erst danach das Budget für Werbeanzeigen zu erhöhen.

Wer diesen Zwischenschritt überspringt, verliert meist Wochen mit Inhalten, die niemand sieht, und genau das lässt sich mit einer sauberen Grundeinrichtung von Anfang an vermeiden, ohne dass dafür zusätzliches Budget nötig wäre. Diesen praktischen Einstieg, inklusive Einrichtung der Shop-Funktionen und einem ersten Redaktionsplan, vermittle ich in meinem Social-Media-Marketing Seminar. Wenn Sie das Thema für Ihr Team oder Ihre nächste Schulung aufgreifen möchten, sprechen Sie mich gerne direkt an.

Passend dazu: Live-Shopping und TikTok Shop: Was Social Commerce 2026 für den Einzelhandel bedeutet und Worauf Sie beim Wechsel zu einer neuen Online-Marketing-Agentur achten sollten.

Über den Autor

Burkhard Asmuth

Burkhard Asmuth ist Gründer und Geschäftsführer der Contunda GmbH, Dozent, Speaker und Berater für Online-Marketing. Seit 2008 begleitet er Unternehmen bei SEO, Social Media und digitaler Sichtbarkeit, seit 2021 auch als Buchautor.

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