
Immer mehr Unternehmen fragen mich, ob sich eine klassische Bildkooperation mit Influencer:innen überhaupt noch lohnt, seit Video-Inhalte auf nahezu jeder Plattform bevorzugt ausgespielt werden. Influencer Video Kooperationen haben sich in den vergangenen Jahren spürbar verändert und stellen andere Anforderungen an Unternehmen als klassische Foto-Kooperationen.
Warum Plattformen Video-Inhalte inzwischen bevorzugen
Instagram, TikTok und mittlerweile auch LinkedIn spielen Video-Formate algorithmisch bevorzugt aus, weil sie im Schnitt zu längerer Verweildauer führen als einzelne Bilder. Eine Kooperation, die ausschließlich auf Fotos setzt, erreicht dadurch tendenziell weniger neue Personen als eine vergleichbare Kooperation mit kurzem Video. Dieser Unterschied wird sich nach allem, was sich aktuell beobachten lässt, in den kommenden Jahren eher verstärken als abschwächen.
Was ein gutes Kooperations-Video ausmacht
Ein überzeugendes Kooperations-Video wirkt am besten, wenn es sich stilistisch nicht zu sehr von den sonstigen Inhalten des Creators unterscheidet. Zu werblich produzierte Videos werden von der Community häufig schneller als Werbung erkannt und entsprechend übersprungen. Kurze, authentisch wirkende Clips, in denen ein Produkt im echten Alltag gezeigt wird, erzielen in meiner Erfahrung deutlich bessere Ergebnisse als aufwendig inszenierte Werbespots.
Worauf Unternehmen beim Briefing achten sollten
Ein zu enges Briefing mit vorgegebenem Text und exakten Einstellungen führt häufig zu steifen, wenig überzeugenden Videos. Besser funktioniert ein Briefing, das die wichtigsten Botschaften klar benennt, dem Creator aber Freiraum bei Umsetzung und Tonalität lässt. Diese Balance zwischen klarer Vorgabe und kreativer Freiheit entscheidet oft darüber, ob ein Video authentisch wirkt oder nicht.
Rechtliche Aspekte, die häufig übersehen werden
Auch bei Video-Kooperationen gilt die Kennzeichnungspflicht als Werbung, unabhängig vom Format. Zusätzlich sollte vertraglich geklärt werden, wie lange ein Video online bleiben darf und ob das Unternehmen es auch auf eigenen Kanälen weiterverwenden darf. Diese Punkte werden in der Praxis erstaunlich oft vergessen und führen später zu unnötigen Missverständnissen.
Wie sich der Erfolg einer Video-Kooperation messen lässt
Neben offensichtlichen Kennzahlen wie Reichweite und Interaktionen lohnt sich ein Blick auf die Verweildauer, also wie lange Zuschauer:innen ein Video tatsächlich anschauen. Ein Video, das bereits nach wenigen Sekunden verlassen wird, erreicht selten seine eigentliche Werbebotschaft, selbst wenn die reine Reichweite hoch erscheint. Eine gute Kooperation zeichnet sich dadurch aus, dass Zuschauer:innen bis zum Ende bleiben, weil der Inhalt sie tatsächlich interessiert, nicht nur, weil ein bekannter Name im Video auftaucht.
Auch die Wahl der richtigen Länge spielt eine Rolle: Kürzere Videos von 15 bis 30 Sekunden eignen sich gut für einen ersten Eindruck, während Formate von 60 bis 90 Sekunden mehr Raum bieten, um ein Produkt oder eine Dienstleistung tatsächlich zu erklären. Welche Länge am besten funktioniert, hängt stark von der jeweiligen Plattform und Zielgruppe ab und sollte im Zweifel getestet werden.
Wie viele Kooperationen für den Anfang sinnvoll sind
Für den Einstieg empfiehlt sich eine überschaubare Anzahl von zwei bis drei Video-Kooperationen, um die Zusammenarbeit mit verschiedenen Creator:innen und Formaten zu testen, bevor größere Budgets gebunden werden. Diese erste Testphase liefert wichtige Erkenntnisse darüber, welcher Stil, welche Länge und welche Plattform für das eigene Unternehmen am besten funktionieren, und bildet die Grundlage für eine spätere, gezieltere Auswahl weiterer Kooperationspartner:innen.
Diese ersten Erfahrungswerte lassen sich anschließend nutzen, um langfristige, wiederkehrende Kooperationen mit den Creator:innen aufzubauen, die für das eigene Unternehmen am besten funktioniert haben, statt bei jeder neuen Kampagne wieder bei null anzufangen.
Wie sich der richtige Zeitpunkt für eine Kooperation findet
Kooperationen, die zeitlich zu einem konkreten Anlass passen, etwa einer Produkteinführung oder einer saisonalen Aktion, erzielen in der Regel bessere Ergebnisse als Kooperationen ohne erkennbaren Anlass. Wer den eigenen Redaktionsplan frühzeitig mit möglichen Kooperationsanlässen abgleicht, kann Creator:innen gezielter ansprechen und erhält dadurch oft auch bessere Konditionen, weil die Zusammenarbeit für beide Seiten einen klaren Sinn ergibt.
Wie ein rechtssicheres und wirksames Briefing für Video-Kooperationen aussieht, zeige ich ausführlich in meinem Influencer-Marketing Seminar. Kommen Sie gerne auf mich zu.
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Über den Autor
Burkhard Asmuth
Burkhard Asmuth ist Gründer und Geschäftsführer der Contunda GmbH, Dozent, Speaker und Berater für Online-Marketing. Seit 2008 begleitet er Unternehmen bei SEO, Social Media und digitaler Sichtbarkeit, seit 2021 auch als Buchautor.

