Darum verdienst du mit deinem Blog kein Geld

Es gibt zwei Gründe für diesen Artikel. Erstens erlebe ich es immer wieder, dass ich Teilnehmer in meinen Kursen für ein eigenes Projekt motiviere. Vielleicht klingt alles so einfach aus meinem Mund, doch ich weise immer wieder auf Fleiß, Geduld, Ehrgeiz und Leidenschaft hin, denn anders geht es einfach nicht. Leider werden zu wenige Ideen am Ende auch realisiert oder sie werden viel zu schnell wieder aufgegeben. In  meinen Kursen, über die Themen Blogs oder Affiliate Marketing, erzähle ich die Geschichte, dass ich zwei meinen Freunden, bei meinem ersten Blog-Projekt, einiges an Einnahmen versprochen haben, wenn wir vorab ein Jahr hart daran arbeiten. Nur einer der zwei zog das Projekt dieses eine Jahr durch und wir wurden später für unseren Einsatz belohnt.

Warum sollte das Geld verdienen im Internet anders als in anderen Berufen sein?

Der zweite Grund für diesen Artikel ergab sich letzte Woche, denn ich habe einen großen Fehler gemacht. Eine Kundin hatte immer wieder etwas über Influencer-Marketing gehört und wollte nun für ihren Online-Shop mit Bloggern zusammenarbeiten. So erhielt ich den Auftrag für sie den Kontakt zu Bloggern herzustellen. Neben der Internet-Recherche habe ich eine Suche in einer Facebook-Gruppe aufgegeben und dann passierte wirklich erschreckendes. Ich weiß, dass sich erfolgreiche und hochwertige Blogger nicht zwingend in diesen Gruppen herumtummeln, doch ich wollte schnelle Ergebnisse vorweisen, auch weil das Budget begrenzt war und ich dieses schon ein wenig streuen wollte. Ich muss dazu sagen, dass die Themen meiner Suche genau denen entsprachen, über die ich mich immer lustig mache. Es ging um Kinder, Mütter und Familie. Eine Sparte in der Welt der Blogger, die auch stark und professionell besetzt ist, aber die auch von extrem minderwertigen Blogs nur so strotzt.

Viele Blogger aus diesem Bereich verkaufen sich für jede Art von Produkttest. Minderwertige Designs, miserable Texte, grauenhafte Fotos und absolut keine Hemmungen haben diese Blogger, denn das Geschenk in Form eines Testproduktes steht absolut im Mittelpunkt ihres Schaffens. Kurz gesagt sind diese Blogs eine Beleidigung für die ganze Szene.

Aktuell habe ich über 100 Bewerbungen bekommen. Mein Text für die Suche war zwar ziemlich allgemein verfasst, aber ich hätte niemals gedacht, dass ich so schlechte Blogs zu sehen bekomme.

Passend dazu habe ich in einem Kurs über Affiliate-Marketing einen Exkurs zu diesem Thema gemacht. Dort habe ich die Bewertungskriterien skizziert, nach denen ich einen Blog bewerte, bevor ich diesen meinem Kunden vorlege. Ich denke, dass diese Kriterien für jedes Unternehmen gelten sollte. Vielleicht ist die Reihenfolge bei einigen Unternehmen ein wenig anders, aber ich investiere auch gerne in junge Blogs, in denen ich Potential sehe.

So suche ich Kooperationspartner

1. Domain und System

Bei der Domain fängt es einfach an, denn Blogger.com und WordPress.com sind erste Anzeichen für einen schwachen Blog. Es gibt durchaus erfolgreiche Blogs auf diesen Systemen, aber in der Regel wohl eher nicht. Dann noch die Fälle, deren Intention sich bereits in der Domain erkennen lässt, wie fast alles mit Test und Produkttest.

2. Design

Wenn ich mit einem Blogger eine Geschäftsbeziehung eingehe, dann möchte ich das Maximum aus dieser Kooperation herausholen. Dies bedeutet auch, dass ein Blog-Artikel über einen Kunden im besten Falle auch auf den eigenen Social Media-Kanälen geteilt werden kann. Platziere ich aber einen Artikel in einen ungepflegten und optisch nicht ansprechenden Blog, dann wäre dies gegenüber der eigenen Community nicht zielführend.

3. Qualität der Texte

Natürlich muss ein Text auch lesbar sein. Dazu gehört ein gewisses Talent, aber auch einfach der saubere Umgang mit der deutschen Sprache und ein gewisses Gefühl für Ästhetik. Nicht jeder Blogger muss zwingend die Grundregeln der Suchmaschinenoptimierung kennen, doch Zwischenüberschriften sind schon ein Muss, auch wenn ich diese über das Vorgespräch fordern muss. Am liebsten habe ich es, wenn eine Geschichte erzählt wird. Dies kann auch bedeuten, dass ein Blogger ganz ehrlich mit der Situation einer Kooperation umgeht. Dies bedeutet, dass ein Artikel gerne mit folgenden Sätzen anfangen kann:

  • Ich hatte die Möglichkeit für euch den Online-Shop zu testen und mir wurden Produkte bereitgestellt.
  • Da ich ich öfters mit dem Thema beschäftige, wurde ich von der Firma angeschrieben, um euch diesen mal vorzustellen.

4. Verhältnismäßigkeit zwischen Werbung und eigenen Ideen

Viele der Bewerber hatten Blogs, die nur aus Werbung bestanden. Auch wenn diese nicht jeden Artikel als Werbung gekennzeichnet haben, ein geschultes Auge sieht dies sofort. Es kann nicht das Ziel sein, dass nur Artikel geschrieben werden, wenn es Gratisprodukte oder Geld gab. Der Blogger muss etwas zu berichten oder zu erzählen haben, also auch ab und zu einen Mehrwert für seinen Leser schaffen. Der Mehrwert meines Textes soll zum Beispiel sein, dass du dich als Blogger erwischt fühlst, an deinem Blog arbeitest und dich vielleicht eines Tages erfolgreich bei mir bewirbst. Gerne berate ich dich zu dem Thema auch, aber das wäre ebenfalls kein Gratisprodukt.

Wenn ihr schon einen Blog über Produkttests gestalten wollt, dann veranstaltet doch thematische Produkttests. Stellt in eurem Blog eine Top 10 zusammen oder arbeitet an saisonalen Artikelreihen für Weihnachten, Ostern oder Silvester. Es gibt so viele Möglichkeiten, um solch einen Blog dennoch authentisch zu kreieren, doch dies bedeutet eben auch, dass ihr einen Artikel ohne Bezahlung oder Geschenke schreiben müsst. Den ganzen Tag irgendwelche Firmen anbetteln oder euch in Facebook-Gruppen bewerben macht euch noch lange nicht zu einem erfolgreichen Blogger, auch wenn es noch immer Firmen zu geben scheint, die jedem diesen Wunsch erfüllen. Ich selbst kam mal in eine Firma, die jede Anfrage positiv beantwortete, weil es eben der neue heiße Scheiß war mit Bloggern zu arbeiten, doch dann gab es gegen hochwertige Waren eben minderwertige Blog-Artikel. Ich habe mir damals diese Anfragen weiterleiten lassen und wir haben vielleicht noch 1-5 % der Anfragen beantwortet. Dies hat der Firma ordentlich Geld eingespart und durch cleveres Tracking konnte ich nachweisen, dass kaum eine Kooperation aus der Vergangenheit auch nur ein Produkt verkauft hat.

5. Sichtbarkeit im Internet

Natürlich spielen Zugriffszahlen und Sichtbarkeit im Internet eine wichtige Rolle in derartigen Zusammenarbeiten zwischen Firmen und Bloggern. Hier einem Unternehmen irgendwelche Zahlen zu nennen und einen Beweis für diese Zahlen zu verweigern ist kein guter Stil und macht dich sehr unseriös. Die Einbindung von Google Analytics ist schon von hoher Bedeutung. Ein Mediakit ist auch keine Alternative, weil da kann ich beliebige Zahlen eintragen. Es gibt bestimmt Unternehmen, die sich nur dieses Mediakit anschauen, doch wenn die vorherigen Punkte mich schon nicht überzeugen, dann brauche ich reale Auswertungen eures Blogs. Über die Tools der Agentur kann ich ohne Probleme einen Check der Sichtbarkeit des Blogs machen.

6. Social Media und die wichtige Interaktionsrate

Immer wieder treffe ich auf Social Media-Kanäle mit extrem vielen Followern oder Fans. Doch wenn trotz der gigantischen Zahlen nur 5-10 Reaktionen erfolgen, dann macht mich das schon skeptisch. Da selbst große Firmen oder berühmte Persönlichkeiten aktiv oder passiv an diese Spam-Community kommen, überraschen diese Zahlen nicht mehr. Ich investiere lieber in einen Blogger mit wenigen Fans, aber mit reichlich Betrieb auf den Kanälen, als in einen künstlich aufgeblähten Account. Noch habe ich es nicht in den Mund genommen, beziehungsweise zu Papier gebracht, aber Ja es werden noch immer Fans und Follower im großen Stil gekauft. Vielleicht erkennen dies einige Firmen nicht, aber professionelle Arbeiter aus dem Online-Marketing erkennen dies auf den Blick oder mit nur wenigen Klicks.

Das Ende vom Lied

Mein Fazit: Wenn nur ein Blogger jetzt seine Strategie überdenkt, dann habe ich mein Ziel erreicht. Der eigene Blog kann so viel Spaß machen, Türen öffnen und auch Geld einspielen, aber dazu gehört eben Arbeit, Kreativität und Leidenschaft.

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