Beitragsbild: Handwerk Social Media Recruiting: Wie Betriebe dem Fachkräftemangel begegnen – Burkhard Asmuth

Viele Handwerksbetriebe schalten weiterhin dieselbe Stellenanzeige in der Lokalzeitung wie vor zehn Jahren und wundern sich, warum sich niemand mehr darauf meldet. Für die Akademie des Handwerks und Tischler NRW habe ich ein Seminar zum Thema Online-Marketing für das Handwerk gehalten. Damals ging es vor allem darum, wie ein Handwerksbetrieb neue Kund:innen findet. Heute stellt sich in fast jedem Gespräch eine andere, dringendere Frage: Wie findet ein Handwerksbetrieb überhaupt noch Personal? Handwerk Social Media Recruiting ist deshalb längst kein Nebenthema mehr, sondern für viele Betriebe die zentrale Frage.

Klassische Wege erreichen junge Zielgruppen kaum noch

Der Fachkräftemangel zwingt viele Betriebe, ihre bisherigen Wege der Personalgewinnung zu überdenken. Stellenanzeigen in der Lokalzeitung oder ein Stand auf der Ausbildungsmesse erreichen Jugendliche heute nur noch eingeschränkt, weil sich deren Mediennutzung grundlegend verändert hat. Nach aktuellen Zahlen gibt es in Deutschland rund 72,6 Millionen aktive Social-Media-Nutzer:innen, fast 87 Prozent der Bevölkerung. Wer als Betrieb dort nicht sichtbar ist, existiert für einen großen Teil der potenziellen Azubis und Fachkräfte schlicht nicht.

Was laut aktueller Studien bereits funktioniert

Laut einer Bitkom-Studie aus dem Jahr 2025 nutzen bereits 80 Prozent aller Handwerksbetriebe soziale Medien für das Recruiting junger Fachkräfte. Besonders wirksam sind kurze Video-Clips, die den eigentlichen Arbeitsalltag zeigen, vom ersten Handgriff am Morgen bis zum fertigen Werkstück am Abend. Diese Inhalte machen die Faszination eines Gewerks in wenigen Sekunden greifbar und wirken glaubwürdiger als jede formulierte Stellenanzeige, weil echte Mitarbeiter:innen statt Stockfotos zu sehen sind.

Die richtige Plattform für die richtige Zielgruppe

Um Jugendliche zu erreichen, muss man sich auf deren Plattformen zeigen, also eher auf TikTok und Instagram als auf Facebook oder LinkedIn. Das bedeutet nicht, dass ein Betrieb seinen bisherigen Auftritt komplett umstellen muss, aber die Zielgruppe für Recruiting-Inhalte ist eine andere als die Zielgruppe für Kundenakquise, und beide sollten getrennt gedacht werden, auch wenn sie über denselben Account laufen. Ein Vorteil dieser Trennung: Recruiting-Inhalte dürfen lockerer und ungeschliffener wirken als Inhalte für zahlende Kundschaft, was die Produktion zusätzlich vereinfacht.

Passive Kandidat:innen erreichen: der eigentliche Hebel

Viele qualifizierte Fachkräfte sind aktuell beschäftigt, aber grundsätzlich offen für einen Wechsel, wenn der richtige Impuls kommt. Diese sogenannten passiven Kandidat:innen lassen sich über klassische Stellenanzeigen kaum erreichen, weil niemand aktiv danach sucht. Über Social Media hingegen sehen sie einen guten Betrieb im Vorbeiscrollen. Für den Einstieg reicht dafür kein Kamerateam: Ein Smartphone während eines typischen Arbeitstags griffbereit zu haben und kurze Momente festzuhalten, ein gelungenes Werkstück, eine Auszubildende bei einem neuen Handgriff, das Team beim gemeinsamen Frühstück, liefert über wenige Wochen genug Material für einen glaubwürdigen Auftritt, ohne dass dafür ein zusätzliches Budget eingeplant werden müsste.

Wie viel Aufwand realistisch eingeplant werden sollte

Ein glaubwürdiger Recruiting-Auftritt entsteht nicht über Nacht, lässt sich aber auch ohne große Investition aufbauen. Realistisch sind ein bis zwei kurze Videos pro Woche, gesammelt über den normalen Arbeitsalltag hinweg, statt aufwendiger Einzelproduktionen. Nach etwa sechs bis acht Wochen zeigt sich meist, ob die gewählten Formate bei der Zielgruppe ankommen, erkennbar an Kommentaren, Nachrichten oder ersten Bewerbungen über den Kanal. Betriebe, die diesen Rhythmus durchhalten, berichten mir regelmäßig, dass sich die Qualität der Bewerbungen spürbar verändert, weil sich Interessent:innen durch die Inhalte bereits ein realistisches Bild vom Arbeitsalltag gemacht haben, bevor das erste persönliche Gespräch mit dem Betrieb überhaupt stattgefunden hat.

Wer als Betrieb heute noch abwartet, verliert weiter Boden gegenüber Wettbewerbern, die bereits sichtbar sind, wenn potenzielle Azubis und Fachkräfte durch ihren Feed scrollen. Wie sich eine solche Recruiting-Strategie neben dem laufenden Tagesgeschäft eines Handwerksbetriebs aufbauen lässt, erarbeite ich gemeinsam mit Ihnen in meiner Online-Marketing Beratung. Sprechen Sie mich jederzeit gerne unverbindlich und ohne Verpflichtung an, wenn Sie dafür einen ersten gemeinsamen Termin brauchen.

Passend dazu: Redaktionsplan: Wie viele Postings pro Woche wirklich realistisch sind und Wie ich Vorträge, Seminare und Beratungen kombiniere.

Über den Autor

Burkhard Asmuth

Burkhard Asmuth ist Gründer und Geschäftsführer der Contunda GmbH, Dozent, Speaker und Berater für Online-Marketing. Seit 2008 begleitet er Unternehmen bei SEO, Social Media und digitaler Sichtbarkeit, seit 2021 auch als Buchautor.

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