Da habe ich diese Woche aber großen Mist gebaut. Als ich den Blog-Artikel “ Was ein Blog im Monat so kostet. Und warum die Leser das wissen sollten.“ überflogen habe, da sind mir folgende Inhalte hängen geblieben:

  • Leser verabschieden sich nach Werbeanzeige
  • Nutzer wollen kein Geld für Artikel bezahlen
  • Ein Blog verursacht Kosten

Die drei Punkte habe Ich mit in das Kommentarfeld genommen und dazu folgenden Kommentar verfasst:

Kommentar Burkhard Asmuth

Unüberlegter Kommentar unter einem überzogenen Artikel.

Einige Stunden später lese ich den Artikel „Warum es mit Blogs in Deutschland nie was werden kann…“ von Blogger Chris Heil und eine Vielzahl an Kommentaren und gehe zurück auf den Blog-Artikel. Ich überfliege und scanne nicht mehr, sondern lese den Artikel komplett. Mir verschlägt es die Sprache, denn insgesamt sind Fixkosten in Höhe von  1374,10 € aufgelistet.

Liebe Leser mit Blog-Ambitionen oder mit aktuellen Gedanken rund um den Start eines Blogs: Diese Zahl ist Quatsch!

Die Grundkosten für einen Blog liegen bei dem Hosting-Paket von Profihost bei 4,99 € plus 8 € pro Jahr für die Domain. In dem Artikel werden die Arbeitsstunden mit dem Mindestlohn von 8,50 € berechnet, doch wenn es kein Corporate-Blog ist, dann startet mit einem Blog ein Freizeitprojekt oder ein Hobby. Ihr bekommt weder Geld für das Joggen, das Fahrradfahren oder sagt dem Betreiber eures Fitnessstudios, dass er euch für die Zeit eures Trainings bezahlen soll. Wer einen Blog startet, der fängt keinen neuen festen Job mit Gehaltszahlungen an. Ich finde es beängstigend, dass es auch Seiten im Netz wie lead Digital gibt, die bewusst Zuspruch zu dieser Auflistung posten. Die Kommentare auch unter diesem Artikel sind deutlich, denn dort ist von Blogger Mike Schnoor folgendes zu lesen:

„Für jeden Blogger kostet das Bloggen im Grunde genommen gar nichts.“

Weitere Punkte sind die Fixkosten für die Ausstattung wie Mobilfunkverträge, Internetverträge, Kauf eines Computers und so weiter. Diese Geräte sind wichtig für einen Blog, doch die Laufschuhe eines Joggers, das Handtuch eines Sportlers auch. Wenn jetzt hier jemand schreibt, dass es ein Blogger mit dieser Einstellung nicht erst oder professionell meinen kann, dann setzt es was. Den Status einer „Einnahmequelle“ für einen Blog muss sich ein Blogger verdienen. Wenn er oben in den Automaten mehr reinsteckt, als er rausbekommt, dann muss er sich etwas überlegen. Werbeanzeigen, Affiliate-Links und Sponsored Posts sind die Möglichkeiten.

Genau da liegt der katastrophale Fehler in dem Artikel. Die Verteidigung der Werbung auf der eigenen Seite hätte mit einem Appell über Fleiß, Einsatz und Leidenschaft geschehen müssen.

„Weil ich für Euch hochwertige Inhalte produzieren möchte, muss ich Werbung machen.“ (Das wäre der richtige Ansatz gewesen.)

Ein solcher Aufschrei hätte ganz andere Reaktionen hervorgerufen, denn mit dieser Situation kennen sich viele Blogger aus. Vielleicht stimmen die Zugriffszahlen, das Lob, die Interaktionen, die Erwähnungen und vieles Mehr, doch der Einsatz und der Fleiß werden nicht mit dem belohnt, welches Rechnungen bezahlt und Kühlschränke füllt.

[su_box title=“Eines Tages…“ style=“noise“ box_color=“#BF4D28″ radius=“6″]Auch ich würde mich freuen, wenn ich auf diesem Blog eines Tages die Gelegenheit bekomme etwas für einen Werbepartner zu testen oder auf eine andere Art auch über diesen Blog den einen oder anderen „Sponsored Post“ (z.B. Test einer Smart Watch #dezenterHinweis) zu veröffentlichen.

Aber dies erarbeite ich mir mit Fleiß, Engagement und Geduld. Ich habe zum Glück einige Blogs, auf denen ich dies regelmäßig machen darf und kann, aber so mit dem eigenen Namen mal für ein Produkt einstehen, weil meine Meinung gefragt ist, das würde mir langfristig auch gefallen. Aber darum geht es hier nicht![/su_box]

Arbeitszeiten berechnen

Wow, wer seine Leistung als Blogger (und/oder Selbstständiger) mit dem Mindestlohn berechnet, der ist quasi in einem halben Jahr Millionär. Wenn er es sich auch auszahlen kann. Ich verbringe alleine in dieser Woche 15 Stunden auf Veranstaltungen. Akquise, Kasper, Experte und Referent sind die Aufgaben, doch diesen Aufwand bezahlt mir niemand. Dieser Aufwand wird sich schon rentieren, wenn daraus Aufträge generiert werden. Solange sind das nichts anderes als Werbekosten und Investitionen. Das ist übrigens kein Gemecker oder Rumgeheule, weil mich zwingt niemand zu diesen Veranstaltungen zu gehen.

Einnahmen müssen erarbeitet werden

Jeder kann einen Blog aufmachen. Jeder! Das ist total simpel. Hosting-Paket wählen, One-Click-Installation, kostenloses Theme auswählen und ersten Beitrag schreiben. Gerade in der Masse dieser Blogger aufzufallen und sich für Firmen und Geldgeber interessant zu machen, das ist die Kunst. Dies muss jeder sich verdienen. Daher ist die Erklärung, für seinen Einsatz von Werbemitteln, mit dem Einsatz einer total überzogenen Liste kein richtiger Weg. Stellen wir uns nur mal jemand findet den Artikel auf der Suche nach Ideen für den Start eines Blog-Projektes? Katastrophe! 5,99 € pro Monat plus 8 € für die Domain im Jahr. Ausstattung wie Computer , Smartphone und Internet muss gegeben sein.

Warum gibt Mel die Fixkosten so hoch an?

Ich habe nur eine Begründung dafür. Sie hat sich ihre Einnahmen der letzten Monate angesehen und diese komplett mit Kosten und Aufwand relativieren wollen. Ihre Idee der Transparenz ist eine Einbahnstraße, weil die Einnahmen eben nicht aufgelistet sind. Was bekommt Gourmet Guerilla wohl für einen Gastartikel. Gemessen an den Zahlungen für Artikel auf meinen Blog-Projekten im Vergleich zur Reichweite und Bekanntheit ihres Blogs kann ich die Zahlen erahnen.

Mein Rat an Neulinge

Ich habe damals zwei Freunden zum Start meines ersten Blog-Projektes gesagt, dass wenn wir ein Jahr unsere Arbeit in Form von Zeit und Fleiß reinstecken, dass wir dann eine kleine Einnahmequelle erschaffen haben. Es ist wirklich kein Witz, aber die erste Anfrage kam fast auf den Tag genau. Natürlich ist es möglich schneller mit einem Blog etwas Geld zu verdienen, doch warum gab ich diese Vorgabe? Um den Druck von mir zu nehmen. Ich bin der Online-Marketing Experte und musste für die Motivation sorgen. Das Projekt war ein Nebenprodukt der Agentur und eben ein Hobby mit Freunden. Die Höhe der Investition lag damals bei 40 $ für ein Theme, 8 Euro für die Domain und genau 7 $ für ein WordPress-Plugin. Nehmen wir diese Kosten zusammen, dann haben wir aktuell einen Betrag von circa 48 € , der afgebracht werden musste. Da habe ich schon wesentlich mehr für weniger ausgegeben. #gadgets #lego #comics #bier #alkohol #party

Jetzt habe ich mich aber auch wieder in Rage geschrieben, aber mir ist dennoch am Ende noch wichtig folgendes zu sagen:

[su_youtube url=“https://www.youtube.com/watch?v=NdTgs_rkRtg“]

In den letzten Tagen schreibe ich hier nur noch über das Bloggern. Ist aber auch ein interessantes Thema.

3 Kommentare
    • Burkhard Asmuth sagte:

      Hey Chris, Danke für deinen Artikel und natürlich für den Kommentar. Gut, dass ich deinen Artikel bei mir in der Timeline sah und dann gelesen statt gescannt habe. 😉 Passiert mir auch nie wieder.

      Antworten
  1. A. Behling sagte:

    Den besagten Artikel habe ich auch vor einigen Tagen überflogen. Meine erste Reaktion war, dass sie irgendwie recht hat…. Irgendwie!

    Der zweite ging dann in die andere Richtung. Kann man nicht eigentlich auf „Kunden“ verzichten, die sich über gesponserte Texte muckieren? Denn nichts ist wirklich um sonst. Auch wenn es bei Blogs so den Anschein hat. Wenn ich nichts zahle, dann tut das ein anderer. Wenn auf dem Blog keine Werbung (in welcher Art auch immer) geschaltet ist, dann will der Blogbetreiber oftmals über andere Wege Geld aus dem Blog erwirtschaften (z.B. durch Beratungsaufträge, Vorträge etc.)

    Die Kosten für einen Blog zu bestimmen, ist meines Erachtens schon richtig. Ob die Kosten richtig umgerechnet und zu geordnet wurden, steht da deutlich auf einem anderen, aber wichtigen Blatt. Denn es macht z.B. den Anschein, dass Mel ständig neue Bildbearbeitungssoftware oder Stative kauft. Was aus Controllersicht betrachtet vollkommener Humbug ist und daher in den Fixkosten gar nichts zu suchen hat.

    Wer seine Kosten für einen Blog bestimmen will — was meines Erachtens vollkommen legitim ist –, der sollte die Kosten korrekt zuordnen. Und dann kommt man zu einem ganz anderen Bild. In Mels Fall auf etwa 90 EUR direkt zuordenbare Fixkosten. Alle anderen entweder einmalige Kosten oder müssten anteilsmäßig (z.B. Handyflat, Zutaten, Fahrkarten etc.) zu geordnet werden .

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