Dieser Artikel wird richtig laut. Ich könnte es auch ganz modern „Rant“ nennen. Mich kotzt nämlich eine Sache gewaltig an und zwar wenn gute Blogger massenweise Arbeit in ihre Artikel stecken, sich hochwertiges Equipment kaufen, Orte bereisen und sich den Arsch für ihre Leser, ja nicht nur für ihre Leser auch für sich selbst, aufreißen, aber es zu folgenden Fällen kommt:

„Ich traue mich nicht mehr gesponserte Beiträge zu posten, weil ich sonst viele Leser vergraule.“

„Ich kann mich doch nicht einladen lassen und darüber bloggen, weil ich sonst meine Authentizität verliere.“

Wirklich? So ticken die Leserinnen und Leser von Lifestyle-Blogs, Mode-Blogs, Reise-Blogs, Schmink-Blogs, Tech-Blogs, Auto-Blogs und vielen weiteren Blog-Blasen? Sie kaufen sich die Auto Bild, die InTouch, die BRAVO, den Kicker, das CHIP-Magazin, den Playboy, aber wenn Werbung auf einem fest abonnierten Blog auftaucht, dann beginnt die Heulerei? Diese Art von Werbung kostet den Leser nichts, sie ist als Werbung markiert und stellt euch vor, es gibt auch Kooperationen hinter denen ein Blogger zu 100 % steht. Dies bedeutet, dass der Blogger dieses Produkt in seinem Privatleben nutzt, die Dienstleistung in Anspruch nimmt oder wirklich lecker in einem Restaurant gegessen hat.

Es kommt immer auf das gesunde Mittelmaß an und wenn ein „Ich“ in den Artikeln steht, dann sollte dies auch so gemeint sein. Wenn der Blogger die Marke ist, dann ist dieser Drahtseilakt schwierig, aber machbar. Es sollte niemand so machen wie vor einigen Monaten, als eine Bloggerin völlig überzogene Gesamtkosten für Ihren Blog aufgelistet hat, nur um die Werbung zu rechtfertigen. Da waren unter anderem die Kosten für den Internetanschluss und das Smartphone dabei.

Mögliche Arten von Kooperationen ohne Gesichtsverlust

Affiliate-Marketing

Ganz wichtiges Thema in meinen Augen für Blogger ist das Affiliate-Marketing. Wenn mir jemand vorwerfen sollte, dass ich zu oft einen Link zu Amazon-Produkten poste, dann spinnt der Kritiker und hat ordentlich einen an der Waffel. Gutes und ehrliches Affiliate-Marketing funktioniert nämlich so:

earn-money-658227_640Ich kaufe mir ein Produkt, teste es, nutze es und blogge darüber. Als Beispiele nutze ich mal meine Artikel über die Alcatel One Touch Watch und die Smartphone-Stative. (Links führen zu meinen Artikeln und sind keine Affiliate-Links.) Ich habe 2 Uhren verkauft und circa 15 Smartphone-Stative über die gekennzeichneten Affilate-Links. Die Uhr kostet circa 130 Euro und die Stative zwischen 10-20 Euro. Amazon zahlt eine Provision zwischen 3 und 7 %. Schmeißt nun mal eure Rechner an und rechnet diesen unglaublichen Umsatz aus. Zieht bitte von diesem Umsatz die Investition in diese Produkte ab. Übrig bleibt ein Betrag mit einem dicken Minus davor. Die Uhr und das Stativ habe ich nicht gekauft, um Einnahmen zu erzielen. Ich wollte beides für mich haben, aber ist es wirklich verkehrt am Ende einen Testbericht zu schreiben und diese Art von Link zu setzen? Beide Artikel sind mit privaten und selbstgemachten Fotos versehen, alle Produkte sind wirklich im Einsatz und ich habe sie aus privater Tasche bezahlt. Ich muss mich übrigens an dieser Stelle nochmals bei den tollen Autoren von Mobilegeeks entschuldigen, weil ich die Smartwach wegen eines Testartikels auf dieser großartigen Seite gekauft habe, aber ohne den Affiliate-Link zu nutzen. Ich habe es einfach vergessen, aber werde es bestimmt eines Tages nachholen.

Schlechtes Affiliate-Marketing funktioniert so:

„Dieses unglaubliche Gadget muss jeder in seiner Küche haben.“*

*Dieser Link ist ebenfalls ein Affiliate-Link und führt zu der Trefferliste bei Amazon, nachdem ich „Küche Gadget“ eingegeben habe. Diese Art von Clickbaiting vergrault Leser, wenn nicht die gesamte Seite unter dieser Strategie aufgebaut worden ist. Dies ist die dreckige Art von Affiliate-Marketing, aber wie oben beschrieben, gibt es auch sauberes und intelligentes Affiliate-Marketing. Es gibt von mir einen fast zwei Jahre alten Ratgeber über das Fensterputzen, der regelmäßig Einnahmen über Affiliate-Marketing erzielt. Für diesen Artikel habe ich Freunde und Familie nach ihren Tricks befragt und diese zusammengetragen. Wir reden hier von monatlich einstelligen Beträgen, aber die Qualität des Artikels lässt die Leser auf den Link klicken.

Perfekte Kooperationspartner

Wir stellen uns einen Blog über ein Hobby vor. Für dieses Hobby wird seit Jahren regelmäßig Geld ausgegeben. All dieses Geld geht an eine einzige Firma. Plötzlich ruft die Firma an, spendiert dir dein Hobby und du platzierst einen Werbebanner auf deinem Blog. Ist dies nun verwerflich? Es kann sein, dass die kommenden Beiträge etwas positiver ausfallen als bisher, aber ein guter Blogger kann gegenüber seinem Kooperationspartner auch mal kritisch sein, ohne diesen zu verprellen. Diese Art der Kooperation ist natürlich ein Glücksgriff und ich bin auch sehr dankbar für meine zwei Kooperationspartner, die ich auf einem meiner Blogs nicht missen möchte.

Jeder entscheidet selbst!

Es gibt im Internet einige Portale, in denen Kooperationspartner gesucht und gefunden werden. Wir sprechen hier nicht von zweifelhaften Linkverkauf, sondern eine Gelegenheit einen Kooperationspartner zu finden. Gebt bei diesen Portalen an, dass ihr die Links ausschließlich kennzeichnet und behaltet euch vor, die Anfragen auch abzulehnen. So könnt ihr garantieren, dass die Anfragen nur dann auf eurem Blog veröffentlicht werden, wenn ihr hinter dem Produkt oder die Marke auch wirklich steht. Ich habe schon Anfragen von namhaften Firmen über diese Portale bekommen, mit denen ich absolut kein Problem habe, für die ich trotz Werbecharakter gute Artikel geschrieben habe und vor allem die sehr gut bezahlt haben. Wir haben auch schon Anfragen abgelehnt, wenn diese nicht zu unseren Vorstellungen passten. Aber durch die Anmeldung bei diesen Portalen haben wir eine wesentlich größere Chance, mit kleinen Projekten, gefunden zu werden, als ohne.

Zurück zu den eigentlichen Anschiss-Kandidaten!

Liebe Leser von Blogs,

Wenn Ihr einen Blog gut findet (und ich meine wirklich nicht meine Seite), dann gesteht doch eurem geliebten Autoren auch ein wenig Entlohnung für seine Arbeit zu. Der Blogger darf es nicht übertreiben, denn ihr wollt authentische Tipps und Empfehlungen und die muss es auch weiterhin geben, aber ein wenig Spielraum für Werbung müsst ihr ihm wirklich lassen. Sonst gibt es eines Tages diesen Blog nicht mehr, weil der Blogger wieder Vollzeit arbeitet, wo er als Angestellter sowieso viel mehr Geld als mit seinem Blog verdienen würde, und ihr fallt wieder auf Seiten und Magazine herein, die ausschließlich mit Werbung gefüllt sind. Seid doch froh, dass es da draußen wirklich großartige, leidenschaftliche und kreative Menschen gibt, die ihr Leben mit euch kostenlos teilen. Diese Menschen verhindern, dass ihr ein Produkt kauft, welches eine Verschwendung eures Geldes wäre, oder ihr in ein Restaurant geht, welches schlechtes Essen macht. Euer nächster Urlaub endet vielleicht wegen eines guten Bloggers nicht in einer Katastrophe, weil dieser Blogger diese Erfahrung bereits gemacht hat. All diese Informationen bekommt ihr im Internet völlig kostenlos. Wenn ihr einem Blogger euer Vertrauen geschenkt habt, dann wird der Blogger euch sehr dankbar sein, weil ihr ihm Feedback gebt und ihn in seiner Arbeit bestärkt. Vertraut diesem Blogger dann auch, wenn ihr das Wort „Werbung“ auf seiner Seite findet. Vielleicht hat sich der Blogger etwas bei dieser Werbung gedacht und meint es sogar gut mit euch.

Liebe Grüße

Ein Blogger

Die Moral von der Geschichte

Ich würde mir mehr Vertrauen von Lesern wünschen, die wirklich von einem kostenlosen Angebot auf einem Blog begeistert sind. Diese Angst der guten Blogger, ihren Blog zu monetarisieren, muss bekämpft werden. Ich möchte mehr hochwertige Blogs mit Texten lesen, in die viele Arbeitsstunden geflossen sind. Dies geht aber nicht, wenn Blogger nur Ausgaben haben und es für umme machen. An die Blogger, die nach Einnahmen lechzen, mein Appell: übertreibt es nicht!

Bildquelle: Pixabay-User PIX1861

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