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Prüfungsangst ist schrecklich

Das traumatischste Erlebnis in meinem Leben ist noch immer die mittlerweile zum Glück verschwommene Erinnerung an meine Nachprüfung in Biologie. Es ging um meine Versetzung in die neunte Klasse. Das Hauptthema dieser Prüfung war der Vergleich von Reptilien und Amphibien. Ich lernte die gesamten Sommerferien diese Tierarten auswendig und gab wirklich alles, um diesen Supergau in meiner schulischen Laufbahn zu verhindern. Am Tag vor der Prüfung war an Schlaf kaum zu denken. Die Prüdung lief so ab, dass die Lehrerin mich verschiedene Sachen über diese Tiere abfragte. Selbstbewusst und ziemlich sicher beantwortete die Fragen und innerlich sah ich mich bereits in der neunten Klasse. Nach der Prüfung wurde mir mitgeteilt, dass ich die Prüfung nicht bestanden hatte und die Extrarunde drehen musste. Ein dramatischer Tag in meinem Leben, der mich wirklich richtig fertig gemacht hatte.

Was habe ich daraus gelernt?

Erstmal nichts, denn ich habe die Prüfung nur nicht bestanden, weil ich die Eigenschaften von Amphibien und Reptilien konsequent vertauscht habe. Bis heute empfinde ich diese Prüdung als große Frechheit und einen Raub eines meiner Lebensjahre. Als anständiger Prüfer hätte ich den Schüler doch darauf hingewiesen, dass er gerade bei allen Antworten beide Arten vertauscht, denn wenn das nicht ein Fall von Nervosität ist, dann weiß ich auch nicht. Diese Art von einem anständigen Prüfer hatte ich zum Glück während meiner Führerscheinprüfung. Ich fuhr damals ähnlich nervös wie bei der Nachprüfung los, bog in die erste Straße ein, übersah das Tempo 30 Schild und wurde von dem Fahrprüfer freundlichst auf mein Übersehen hingewiesen. Es gab zwar den Zusatz „Gelbe Karte“ von diesem netten Mann, aber ich durfte weiterfahren und bestand ohne Probleme diese Prüfung. Ein Erlebnis, welches mich wieder an gute Prüfer glauben ließ.

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Panik bei einer mündlichen Prüfung

Die nächste Prüfung kam erst während des Studiums, denn meine erste mündliche Prüfung kramte erneut diese Prüfungsangst in mir hervor. Auch diese Prüfung bestand ich mit einer recht ansehnlichen Note. Wieder gab es eigentlich keinen Grund für diese Nervosität. Ein weiterer Moment, der mir sofort einfällt, war ein Referat in Geschichte an der Uni. Ich war von meinen Ergebnissen und meiner Arbeit absolut nicht überzeugt und wusste, dass ich richtig viel Scheiße erzählen werde. Es war der einzige Kurs in dem Studium, zu dem ich absolut keine Beziehung aufbauen konnte. Es war die einzige 4,0 in einer Hausarbeit in meinem Leben. Diese 4,0 habe ich sowas von gefeiert, denn da ging es mir wirklich nur um den Schein.

Wenn ich heute auf eine Bühne gehe oder eine Prüfung zu dem Thema Online-Marketing ablegen muss, dann ist da keine Spur von Nervosität mehr. Vor Leuten sprechen ist kein Problem, eine Klasse leiten macht mir großen Spaß und an sich bin ich in solchen Situationen viel selbstsicherer als früher. Woher das kommt? Meine Themen, die ich jetzt bearbeite, sind gleichzeitig Leidenschaft und Hobby. Ich weiß nun immer ganz genau worüber ich rede und was ich da rede. Dies sorgt für einen ganz anderen Ausdruck in meinem Handeln und lässt mich auch spontane Auftritte meistern. Doch wie wurde ich zu diesem Menschen?

Rhetoriktraining, Erfolgsmomente und Feedback

Ich glaube, dass ich diese Entwicklung nicht nur auf das Alter und die Erfahrung schieben kann, sondern weil ich die richtigen Maßnahmen getroffen habe. Bei der Bundeswehr besuchte ich im Rahmen des Berufsförderungsdienstes viele Fortbildungen, die meinen Lebenslauf aufpeppen sollte, beziehungsweise aufgepeppt haben. Der wichtigste Kurs war das Rhetoriktraining. Insgesamt mussten wir an den fünf Tagen drei Mal vor den Kurs treten und jeweils einen Vortrag halten. Der erste Vortrag ging 5 Minuten, der zweite 15 und am Schluss kam ein Vortrag in der Länge von 30 Minuten, der komplett frei vorgetragen werden musste. All diese Vorträge wurden mit der Kamera aufgezeichnet und anschließend in der großen Runde diskutiert. Haben Sie sich schon einmal bei einem Vortrag oder einer Rede selbst gesehen? Ich hatte dies bis zu diesem Zeitpunkt nicht. Doch als ich mich selbst bei meinem Vortrag sah, mein Verhalten analysiert wurde und durchaus positives Feedback abgegeben wurde, erkannte ich, dass ich so schlecht anscheinend gar nicht präsentieren und sprechen kann.

Tipps gegen das Lampenfieber

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Tipps gegen das Lampenfieber

Aus dieser Erfahrung heraus hier mein erster Tipp gegen das Lampenfieber. Schaut euch selbst bei einem Referat, einem Vortrag oder einer Rede zu und lasst euch bewerten und analysieren. Es ist mega spannend und wird euch eine Menge bringen. Wenn eine Filmaufnahme nicht möglich ist, dann kann auch eine Audioaufnahme helfen, die zum Beispiel mit der Kombination aus Krawattenmikrofon und Smartphone gemacht werden kann. Ein weiterer Tipp ist natürlich eine perfekte Vorbereitung des Auftritts. Der Klassiker gegen das Lampenfieber ist die Anwesenheit von vertrauten Menschen in dem Publikum, die euch mit einem kurzen Blick bereits Sicherheit und Halt geben können. Diese Menschen müssen dann von dem Redner ab und an bei kleinen Unsicherheiten fixiert werden, dann blenden sich die fremden Menschen aus dem Publikum ein wenig aus.

Tipps zusammengefasst:

  • Aufzeichnung eines eigenen Auftritts
  • perfekte Vorbereitung
  • Platzierung von vertrauten Menschen in einem Publikum

Tipps gegen die Prüfungsangst

Während einer Prüfung muss sich ein Prüfling konzentrieren. In meinen Online-Marketing Kursen lasse ich die Teilnehmer mindestens eine Stunde vor Beginn der Prüfung kommen. Wir besprechen dann noch offene Fragen, trinken einen Kaffee und kommen genau so an, wie an all den anderen Tagen auch. Wenn dann die Prüfung beginnt sind alle bereit für die Klausur und starten nicht in einem Zustand der Nervosität. Genau wie bei dem Thema Lampenfieber ist die Vorbereitung der wichtigste Tipp und so Klassiker wie früh schlafen, ausgiebig essen und am Tag vor der Prüfung die Lernmaterialien aus der Hand legen sind jetzt keine großen Weisheiten. Jedoch sind dies wertvolle Tipps im Umgang mit Prüfungsangst. Der eine braucht den starken Kaffee und ein leckeres Frühstück am Morgen, der andere geht morgens vor der Prüfung nochmal joggen, um den Kopf frei zu bekommen. Jedenfalls bin ich an diesem Tag ein Freund der Ruhe und Konzentration, in Kombination mit normalen Abläufen und Gewohnheiten. Ein Prüfungstag ist ein Tag wie jeder andere auch. Wenn jemand in der Vorbereitung alles gegeben hat, dann sollte er versuchen sich nicht unnötig verrückt zu machen. Ich bin da selbst nicht das beste Beispiel, wie ihr es zuvor hier gelesen habt, aber mittlerweile bin ich da wesentlich entspannter.

Tipps zusammengefasst:

  • frühzeitig schlafen gehen
  • gute Vorbereitung
  • gewohnter Start in den Tag
  • runterkommen vor der Prüfung

Das war es soweit von mir zu dem Thema. Das Rad wurde nicht neu erfunden, aber vielleicht ist doch ein Tipp dabei, der bei der nächsten Prüfung oder dem nächsten Auftritt für mehr Sicherheit sorgt. Wenn ja, dann freut es mich, wenn nicht, dann wünsche ich allen Lesern viel Erfolg bei den nächsten Aufgaben.

Dieser Beitrag ist für die Blogparade der LVQ zum Thema „Lampenfieber und Prüfungsangst – Tipps, Tricks und Strategien“ geschrieben worden. Weitere Beiträge von anderen Bloggern findet ihr in den verschiedenen Social Media Kanälen unter dem Hashtag #LampenFieberTipps.

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