Ein Ratgeber für arbeitslose und arbeitssuchende Journalisten

Die Vorgeschichte

Der erste Tag meines Online Marketing Kurses ist für mich der spannendste. Es ist das gleiche wie die Premiere einer neuen TV-Serie, denn ich lerne auf einen Schlag die wichtigsten Charaktere meiner neuen Staffel kennen. Bisher war es immer so, dass die aktiven Teilnehmer ab dem ersten Tag bereits Vollgas geben. Die ruhigen Teilnehmer überzeugen durch starke Blog-Artikel und beleben damit den Kurs.

An dem ersten Tag stellen sich Teilnehmer und Dozent vor. Dieses Mal bekam ich einen Spruch zu hören, den ich hier direkt verarbeite:

„Das Online-Marketing ist der natürliche Feind der Journalisten.“

Ein Vorwurf, der mich beschäftigte

Erste Visitenkarte von Burkhard Asmuth

Visitenkarte-Eigenkration zu WAZ-Zeiten

Das hat gesessen. Ich soll der natürliche Feind meines früheren Traumberufs geworden sein? Der natürliche Feind meines Geschäftspartners und Journalismus-Student? Ein spannendes Thema. Ich selbst würde mich heute nicht mehr öffentlich Journalist nennen. Dies nicht, weil ich keine Ausbildung in der Richtung habe, sondern weil ich nicht mehr für die WAZ schreibe. In meinem Inneren lebe ich den Beruf des Journalisten mit viel Freude und Ehrgeiz aus. Unsere Blogs mit Artikeln zu befüllen ist die Erfüllung des Traums, denn ich schreibe für eine Leserschaft, die mir Feedback gibt.

Ich werde niemals das Studium oder die Ausbildung zum Journalisten abwerten, doch es gibt dank der Hilfe des Internets das große „Aber“. Es gibt zu viele gute Blogger, die auch keine journalistische Ausbildung haben, doch sie erreichen mit ihren Artikeln die Menschen. Die gleiche Aufgabe, die auch ein gelernter Journalist erfüllen muss, ganz gleich ob als Sensations-, Enthüllungs- oder Nachrichtenjournalist.

Ich lasse mich von arbeitslosen Journalisten nicht vorwerfen, dass ich eine Gefahr für sie sei oder gar Schuld an ihrer Misere habe. Der falsche Weg eines Journalisten ist es, den Sündenbock in der Person zu suchen, die sich alles aus eigener Kraft aufgebaut hat. Die Schuld liegt an Verlägen, die das Internet und die Print-Zeitschriften zu lange unterschätzt haben. Das Wissen und die Fähigkeiten eines Journalisten in Verbindung mit dem Internet ist eine Waffe, doch dazu braucht es die Bereitschaft für das Neue. Wenn ein Journalist in die Welt der Arbeitslosen gedrängt wird, dann muss er sich selbst aus dem Sumpf ziehen.

Automobil statt Pferdekutsche

Nutzt das Internet, um mit Hilfe von Referenzen einen neuen Job zu bekommen. Schreibt hochwertige Texte und macht euch interessant für neue Aufgaben. Trauert aber auf keinen Fall den alten Zeiten zurück, denn wer trauert heute noch der Pferdekutsche hinterher? Das Automobil ist heute genau so da, wie in ein paar Jahren der professionelle Online-Journalismus. Damit meine ich nicht, dass er nicht längst vorhanden ist, aber die allgemeine Akzeptanz ist anscheinend noch nicht da.

Dies alles klang vielleicht etwas hart, denn mir sind die Probleme schon bewusst. Ein Journalist schenkt einer Zeitung seine besten Jahre und arbeitet einige Jahrzehnte im gleichen Trott und plötzlich wird er in eine neue Welt entlassen. Wenn ich an die überholte Software bei der WAZ denke, wird mir noch heute übel. Doch lasst Euch nicht von der neuen Welt erschrecken, sondern stellt euch dieser Welt.

Ein Online Marketing Kurs ist ein guter erster Schritt. Ich kann Euch auch an einem Tag eine funktionierende Infrastruktur aufbauen, mit der ihr euch eine Online-Reputation als Online-Journalist aufbauen könnt. An nur einem Tag! Dies hier ist kein Akquise-Artikel, sondern ein Weckruf. Aufwachen!

Wie gehe ich als arbeitsloser Journalist vor?

Eigene Webseite mit Klarnamen

Mein erster Schritt wäre es, dass ich mir meinen Namen als Domain sichere.

Beispiel:
www.vorname-nachname.de
www.vornamenachname.de

Früher stand euer Kürzel unter euren Berichten, heute steht es bereits in der Domain.

Im nächsten Schritt suche ich mir einen Webhoster und installiere mir mit nur einem Klick WordPress. Nun fange ich an Artikel zu schreiben, so wie ich es in meinem Job auch getan habe. Ich streite mich nicht mehr mit Kollegen um die Themen, sondern schreibe über alles was mir wichtig erscheint.

Einsatz von Social Media

Meine Artikel poste ich im Social Media (Facebook, Twitter und Google+) und baue mir nach und nach eine Leserschaft auf. Ich baue mir Werbung auf die Seite und versuche im ersten Schritt meine Webhosting-Kosten (ca. 5 € im Monat) reinzuholen. Langsam verstehe ich das Social Media und halte mich dort auch für Diskussionen auf, um im Gespräch zu bleiben und ein Netzwerk aufzubauen.

Mein Profil auf Lokalkompass

Mein Profil auf Lokalkompass

Lokalkompass nutzen

Ich erstelle mir einen kostenlosen Account bei Lokalkompass und schreibe dort hochwertige Artikel, um wieder gedruckt zu werden. Ich sammel diese Referenzen.

Bestimmt gehören auch die Angebote für „Bürgerreporter“ nicht zu den Lieblingen der ausgebildeten Journalisten, doch hier ergibt sich in diesem Fall eine gute Gelegenheit. Ich persönlich, als Online Marketing Mensch, nutze dieses Portal sehr gerne. Der Leser weiß am Ende nicht, ob ihr kostenlos diesen Artikel (Content) erstellt habt oder nicht. Was zählt ist die Referenz eines gedruckten Artikels. Das Portal Lokalkompass nutze ich vor allem, um Veranstaltungen zu bewerben. Ich habe schon positives Feedback für gedruckte Artikel bekommen, die ich online eingestellt habe. (Lesen Sie dazu: Burkhard Asmuth auf Lokalkompass.)

Die nächste Bewerbung

Meine Bewerbung zeichnet mich nun als Vollblut-Journalist aus, denn trotz meiner arbeitsfreien Zeit habe ich meinen Beruf weiter ausgeübt und mich fit gehalten. Vielleicht sogar eine Weiterbildung zum Online Marketing Manager und Social Media Manager gemacht, um auch dort einige Aufgaben für meinen nächsten Arbeitgeber zu übernehmen. Nun bin ich fit für den Beruf des Journalisten 2.0 , 3.0 oder was auch immer.

Hier wäre jetzt der perfekte Platz, um Werbung für mein Tages-Coaching zu machen, damit Sie demnächst anfangen können, diesem Ratgeber zu folgen. Aber ich mache hier keine Werbung, denn Sie werden wissen wie und wo Sie mich erreichen können. 😉 Vielleicht werde ich doch noch von Ihrem Feind zu einem Freund. Probieren Sie es aus.

Den ganzen Ratgeber mit Tipps gibt es auch als schöne Grafik, die ich mit Hilfe von easel.ly (kostenlos) erstellt habe:

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Ich bin niemandes Feind

Ich bin nicht der natürliche Feind der Journalisten und meine Kollegen auch nicht. Wir richten uns an das klassische Angebot-Nachfrage-Prinzip und bieten dem Leser die Inhalte, die er lesen will. Es ist heute einfacher als damals zu publizieren und anstelle eines ausgebildeten Journalisten für eine Zeitung bezahlte Gastbeiträge zu schreiben. Jeder kann „Journalist“ werden und über die Qualität bestimmt kein Zeugnis mehr, sondern die Leser. Das ist der neue Markt! Leser können knallhart sein und wir Blogger verlieren auch Abonnenten, wenn wir Leser mit Qualität und Angebot nicht begeistern.

Immerhin haben Sie diese wertvollen Tipps und diese Anleitung nun völlig kostenlos von mir bekommen. Sie können mich nun beschimpfen, weil ich kleiner Pimpf Ihre Situation völlig falsch dargestellt habe, so ganz ohne Quellen und Beweise, oder Sie lesen den Artikel ein weiteres Mal. Vielleicht erkennen Sie dann, dass ich Ihnen eine Möglichkeit aufgezeigt habe, um in Zukunft wieder beruflichen Erfolg zu haben. Meine älteste Kundin ist übrigens 79 und profitiert von meiner Arbeit.

8 Kommentare
  1. Jutta sagte:

    ich stelle grad fest, dass ich mir (noch) (zu) selten die Zeit nehme, deine Artikel zu lesen, wollte grad mal ein „gefällt mir“ hinterlassen 🙂
    sonnennebelfinsterliche Grüße, Jutta

    Antworten
  2. Ralf sagte:

    Hi Burkhard, Kompliment, das ist eine prima Wegbeschreibung – auch grafisch. Bei der Monetarisierung der persönlichen Website hab ich allerdings Bedenken – ist vielleicht Geschmackssache.
    P. S.: Bei Deinem mathematischen Kommentar-Schutz hatte ich kleinere Schwierigkeiten – nicht beim Rechnen, sondern beim Verständnis, was „fünfzig vier“ zu bedeuten hat. 🙂

    Antworten
    • Burkhard Asmuth sagte:

      Vielen Dank erstmal für das Kompliment. Das Thema „Blog und Monetarisierung“ ist immer schwer. Ich setzte hier auf Affiliate-Links, die ich klar kennzeichne und nur auf Produkte verweisen, die ich selbst nutze. Damit werde ich nicht reich, aber ein paar Euros kommen zusammen. Wichtiger als das Geld ist zu erkennen, dass meinen Empfehlungen nachgegangen werden. Serien-Tipps werden angenommen und Social Media Zubehör gekauft, also mache ich wohl was richtig.

      Es tut mir leid, dass die Darstellung der Mathe-Aufgabe dich kurzzeitig vor ein Problem gestellt hat. Doch anscheinend hat es den Ehrgeiz geweckt, der mich in den Genuss des lieben Kommentars kommen lässt. Danke dafür.

      Antworten
  3. Ulrike Zecher sagte:

    Hi Burkhard,

    ganz aktuell … weil ich in meiner Arbeit Journalisten und andere Arbeitssuchende im Netz sichtbar mache und mir die ganzen Vorurteile sehr bekannt vorkommen, möchte ich deinen Beitrag ergänzen: Mir fehlt in deinem Chart die wichtige Phase des Brainstormens und des Konzipierens für eine Selbstdarstellung im Netz- also die Phasen, die ja auch zum Schreiben eines Artikels dazu gehören.
    Also nicht in der Phase eines Umbruches – wie Arbeitslosigkeit – schnell lossprinten und wieder einen neuen Entwurf vom alten Selbst erschaffen. Jetzt wäre der Moment für Persönlichkeitsenwicklung:
    1. wer möchte ich im Netz sein
    2. was möchte ich der Welt mitteilen
    3. was wollte ich schon immer machen und habe mich nie getraut
    4. was möchte ich jetzt besser machen (als Zeitung, Verlag)
    5. und habe ich überhaupt die richtige Einstellung zur Sichtbarkeit in den sozialen Medien. Social Media und Content ist immer für die Menschen, für den Leser – also auf Augenhöhe. Eine wichtige Transformation für manche Journalisten … 🙂

    Wenn das alles geklärt ist, dann gehen meine Klienten erst auf Los.

    Liebe Grüße,
    Ulrike

    Antworten
    • Burkhard Asmuth sagte:

      So betrachtet fehlen noch einige Schritte. Ich denke mir, dass dem Journalisten nicht gesagt werden muss, dass er sich Gedanken machen muss, bevor er startet. Dies alles kann er an einem Tag während meines Coachings erlernen. Die Persönlichkeit wächst während eines Blog-Projekts. Die Themen erweitern oder schränken sich ein. Diese Erfahrung kann jemand aber erst nach seinem Start machen, wenn er langsam in die Welt des Bloggens eingeführt wird. Nur weil in dem Artikel die Wörter Strategie, Konzept und Brainstormen nicht vorkommen, bedeutet dies keinen planlosen Start ohne Idee dahinter. Der große Vorteil an einem durchdachten Blog mit hochwertigen Inhalten ist es, dass die Sichtbarkeit dann von ganz alleine kommt.

      Antworten
      • Ulrike Zecher sagte:

        Lieber Burkhard,
        mein Beitrag ist als Ergänzung gemeint, nicht als Kritik. 🙂 –
        Und ich mache in meiner Arbeit andere Erfahrungen: Wenn man sich nicht genügend Zeit für das kreative Herumspinnen und das anschließende Konzipieren nimmt, bleibt die anschließende Umsetzung immer unter den eigenen Möglichkeiten. Egal, ob man eine Bewerbung schreibt oder sich mit einer Website sichtbar machen will.
        Schöne Grüße aus Düsseldorf,
        Ulrike

        Antworten

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