Wenn mich jemand nach meinem beruflichen Werdegang fragt, dann antworte ich wie folgt:

„Nach meinem Abitur 2006 war ich bei der Bundeswehr. Parallel habe ich bei der WAZ als freier journalistischer Mitarbeiter in Essen-Kettwig gearbeitet.

Danach habe ich 2008 ein Studium an der Ruhr-Universität Bochum begonnen und Germanistik und Geschichte studiert. Um mein Studium zu finanzieren habe ich bei der Messe Essen an der Kasse gesessen.

Eines Tages sprach mich eine Kommilitonin an, dass ich doch so gerne schreibe und Leute bei markt.de gesucht werden. Dort habe ich dann auch gearbeitet und zum ersten Mal gebloggt und später die Social Media-Kanäle Facebook, Twitter und Pinterest verwaltet.

Im Frühjahr 2012 traf ich einen alten Freund in der Pommesbude wieder. Dieser hatte sich als Immobilienmakler selbstständig gemacht. Ich bot ihm an, dass ich mit einem gemeinsamen Freund mal über dessen Webseite schaue, um diese für die Suchmaschine zu optimieren. Dies ging nicht, wir bauten eine neue Webseite, verkauften diese ihm und wurden weiterempfohlen. Im September 2012 haben wir dann Contunda gegründet.

Nach zwei erfolgreichen IHK-Lehrgängen habe ich Online-Marketing in Dortmund, danach in Düsseldorf und heute bei der DAMK unterrichtet.“

Bisher hat niemand diesen Lebenslauf hinterfragt, aber eigentlich beinhaltet er schon eine große Lücke, die in anderen Berufsgruppen wohl von Bedeutung wäre. Ich habe dieses Jahr endgültig mein Studium abgebrochen, weil ich weder Zeit noch Lust auf einen Bachelor in Germanistik und Geschichte habe. Damit bin ich also ein klassischer Quereinsteiger, denn ich habe weder etwas mit Medien, noch Grafik oder eben Marketing studiert, aber leite eine Online-Marketing-Agentur seit mittlerweile sechs Jahren. Ich habe Logos entworfen, Webseiten gestaltet und schreibe mir jeden Tag für Kunden und meine Projekte die Finger wund. Natürlich profitiere ich von meinen Skills aus den Fächern Germanistik und Geschichte, aber der Rest ist aus einem Selbststudium entstanden.

Teilnahme an einer Blogparade

Meine letzte Blogparade ist schon ewig her, aber diese hat mich mal wieder angesprochen. Hier nun die Formalitäten, damit mein Beitrag am Ende auch zählt. Dies bedeutet eigentlich nur, dass ich nur dann von der Reichweite profitiere, wenn ich später den Hashtag bei Twitter nutze und ich ein paar Verlinkungen einbaue. Diese Links sind meistens der Grund für die Blogparaden, denn die Sichtbarkeit und die Relevanz der eigenen Seite stiegt in diesem Zeitraum stark an und sorgen für bessere Rankings. Dies ist nicht böse gemeint, denn als Gastgeber einer Blogparade braucht es schon etwas Mut, denn wenn niemand mitmacht, dann wird es schnell unangenehm. Habe ich eigentlich hier schon auf unseren aktuellen SEO-Wettbewerb hingewiesen? Wenn nicht, dann klickt doch mal eben auf den internen Link und von da weiter auf den verlinkten Artikel. Ein großes Dankeschön dafür. Sind aktuell auf Platz 3 und würden gerne noch zwei Plätze weiter nach oben. Aber nun zurück zu der Blogparade.

Die Blogparade wurde von der freiberuflichen Autorin Edda Klepp ausgerufen. Das Thema ist der berufliche Quereinstieg. Darüber hat sie hier gebloggt und den Start, sowie alle Informationen und Teilnahmebedingungen, der Blogparade gibt es hier.

Quereinsteiger bringen ordentlich Power mit

Quereinsteiger sind so unglaublich voller Energie und Tatendrang, denn sie haben sich ihren Beruf komplett frei ausgewählt und sind nicht durch eine Ausbildung oder ein Studium in ein Berufsbild hinein gewachsen. Dies bedeutet nicht, dass Studenten und Auszubildende sich nicht durch eine schulische Ausbildung ihrem Traumjob nähern und die Qualifikationen für desse Ausübung aneignen. Ich möchte nicht auf dem Operationstisch sitzen und von einem Menschen in einem weißen Kittel gesagt bekommen „Hey, ich hab mir das alles im Selbststudium beigebracht und bin Quereinsteiger“. Doch gerade im kreativen Bereich besteht ein Studium oder eine Ausbildung zu einem viel zu großen Teil aus Theorie. Die ist zwar wichtig, aber wenn ich mir die Hausaufgaben meines angehenden Grafikers anschaue, dann frage ich mich schon ob er täglich eine Zeitreise in die Vergangenheit unternimmt. Den Großteil seiner beeindruckenden Fähigkeiten hat er sich mit Hilfe von YouTube beigebracht. Ich schaue mir in der Woche eine Menge an Videos auf YouTube an, da ich auch mich täglich verbessern will und mir neue Skills aneigne. Aktuell suchte ich Tutorials über Adobe Premiere oder After Effects, denn ich produziere aktuell wieder vermehrt kleine Videos für Facebook und Instagram.

Herausforderungen und Neugier

Als Quereinsteiger standen wir damals jeden Tag vor neuen Herausforderungen, denn wir hatten von Webdesign absolut keine Ahnung. Jede Herausforderung mussten wir bei Google eingeben und uns von wesentlich jüngeren Menschen die Themen erklären lassen. Wir schauten und hörten gespannt zu, probierten herum und bastelten eine Webseite nach der anderen. Wir verschenkten quasi einen Haufen an Webseiten, um uns immer wieder an neuen Projekten zu versuchen.

Wenn ich mich an meine Schulzeit oder mein Studium zurückerinnere, dann ging es nur selten um Problemlösungen. In der Schule war ich nur in den Fächern gut, die mich wirklich interessierten und die beiden Fächer habe ich später auch studiert. Diese Fächern langweilten mich an der Universität, weil die Bandbreite der Themen nicht vorhanden waren. In der Germanistik musste ich Themen zu verschiedenen Teilbereichen besuchen, anstatt mich selbst auf ein Thema zu fokussieren. Diese Spezialisierungen als Schüler oder Student kamen mir immer zu spät, denn zu lange müssen wir uns mit dem Ganzen beschäftigen, während wir heute im Online-Marketing am besten mit Nischen unser Geld verdienen können. Wir brauchen Spezialisten und keine Alleskönner.

Quereinsteiger in den neuen Berufen

In den neuen Berufen geht es nicht ohne Quereinsteiger. Ich habe das große Glück, dass ich in der Agentur beinahe nur mit Autodidakten zusammenarbeite. Wenn sich jemand innerhalb eines Jahres nicht nur die Grundzüge von Google Ads anschaut, sondern sich in die krassesten Tiefen dieses komplexen Systems stürzt, dann ist das absolut bemerkenswert. Ein anderer aus dem Contunda-Team fing während seines Germanistik-Studiums als Texter an und baut heute komplexe Webseiten. Das macht einfach großen Spaß, wenn sich jeder täglich verbessern will. Zu viel Theorie kann den Blickwinkel auch einschränken. Dies erfahren wir immer dann, wenn sich Kunden oder Bekannte zu stark an der Meinung eines Autors halten, ohne diesen zu hinterfragen. Gerade im Online-Marketing werden verrückte Ansätze und Ideen oft belobt. Darum schneiden wir aktuell auch so gut bei dem SEO-Contest zu dem Thema „White Hat Jedi“ ab und holen Ende der Woche hoffentlich den Pokal.

Vielen Dank für die inspirierende Blogparade und ich freue mich auf die Auswertung.

#quereinstiegsparade

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